Für gegenseitigen Respekt: 40 Straelener gedachten der jüdischen Mitbürger

Veröffentlicht am 30.01.2019 in Ortsverein

Zum internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus trafen sich auf Einladung der SPD 40 Bürger in der Straelener Innenstadt, um im Rahmen eines Stadtrundgangs die Wohn- und Geschäftshäuser der verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger aufzusuchen.

In seinen einführenden Worten machte Otto Weber deutlich, dass es nicht um Vergangenheit geht: „Wir stehen hier, um für eine offene Gesellschaft mit gegenseitigem Respekt einzutreten.  Sechs Millionen jüdische Menschen wurden ermordet. Die persönlichen Schicksale jedes Einzelnen dürfen nicht hinter der großen Zahl verschwinden“.

SPD-Vorsitzender Joachim Meyer führte anhand des von Schülern des Städtischen Gymnasiums mit dem Historischen Verein erstellten Faltblattes zu den Gedenkorten, an denen seit dem Jahr 2013 Stolpersteine an die Ereignisse erinnern. „Wir wollen den Betroffenen ein Gesicht geben. Es waren Nachbarn, es waren Kinder, die zur Schule gingen und dann plötzlich nicht mehr kamen. Und wir wollen damit auch Zeichen gegen das verstärkt aufkommende Leugnen und Kleinreden setzen“.

Zu jeder Familie erläuterte Meyer die Geschichte ihrer Ansiedlung in Straelen, die ihrer Kinder und die berufliche Tätigkeit der Erwachsenen bis zu dem bitteren Ende. Die jüngste Veröffentlichung vom früheren Straelener Stadtarchivar Bernhard Keuck gibt dazu beredte Auskunft. Keuck ist auch Mitautor eines Buches über das jüdische Leben im Gelderland, das der Historische Verein für Geldern und Umgegend herausgegeben hat.

Erinnert wurde aber nicht nur an die Opfer. Die Teilnehmer stellten sich immer wieder die Frage, wie „ganz normale Menschen“ zu Tätern werden konnten. Neben den Opfern und Tätern wurde aber auch in Dankbarkeit einer dritten Gruppe gedacht. Joachim Meyer: „Wir danken den mutigen Menschen, die unter Gefahr für Leib und Leben den Bedrängten geholfen haben“.

Zum Abschluss nannte Otto Weber deshalb noch eine weitere Zielsetzung der Veranstaltung: „Wir schauen auf Gegenwart und Zukunft. Und wir setzen uns ein gegen das in unserem Land verstärkt auftretende Leugnen und Kleinreden dieser unfassbaren Verbrechen. Das ist auch heute unsere Verantwortung“.

Der Rundgang:

Familie Mendel, Venloer Str. 10

Familie Hoffstadt, Annastr. 7

Familie Mendel, Bahnstr. 9

Familie Sanders, Klosterstr. 3

Familie Sanders, Mühlenstr. 10

Familie Mendel, Geldernsche Str. 10

Familie Hoffstadt, Walbecker Str. 29

 
 

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